

Was genau heisst eigentlich «Verteidigung»? In welchem Fall unterstützt die Schweizer Armee die zivilen Behören und warum ist gerade der Bereich der Friedensförderung so beliebt bei Frauen? Antworten auf all diese Fragen findest du hier.
Sicherheit bedeutet, dass wir in der Schweiz frei und ohne Angst leben können und unsere Rechte geschützt sind. Damit das so bleibt, arbeiten viele Bereiche des Staates zusammen. Und auch die Bevölkerung übernimmt Verantwortung.
Verteidigung von Land und Leuten bedeutet, dass die Armee die Schweiz und die Menschen hier schützt, falls jemand versuchen würde, das Land anzugreifen. So soll unsere Freiheit, unsere Unabhängigkeit und unsere Sicherheit erhalten bleiben.
Zur Wahrung der schweizerischen Lufthoheit gehört, dass die Armee den Himmel über der Schweiz überwacht und kontrolliert. Sie sorgt rund um die Uhr dafür, dass keine unerlaubten Flugzeuge eindringen und kann eingreifen, wenn Regeln verletzt werden.
Verteidigung im Cyberraum bedeutet, wichtige Computer- und Datensysteme vor Hackerangriffen zu schützen. Die Armee verhindert Schäden, erkennt Gefahren früh und sorgt dafür, dass alles sicher weiterläuft.
Bedrohungen gehen von Akteurinnen und Akteuren aus, die die Sicherheit und die Handlungsfreiheit der Schweiz bzw. ihrer Gesellschaft gefährden.
Innere Bedrohungen kommen aus dem eigenen Land. Beispiele dafür sind Terroranschläge oder Angriffe auf wichtige Einrichtungen.
Äussere Bedrohungen entstehen im Ausland, zum Beispiel politische Erpressung, das Verbreiten von falschen Informationen oder militärische Angriffe.
Eine Bedrohung wird erkannt, indem Fachleute die Situation in der Schweiz und im Ausland ständig beobachten und auswerten. So können sie früh feststellen, ob jemand der Schweiz schaden möchte und rechtzeitig Massnahmen einleiten.
Armeeangehörige werden dann für die Verteidigung eingezogen, wenn die Schweiz ernsthaft bedroht oder angegriffen wird.
Im Notfall erhalten Milizsoldatinnen und -soldaten eine Alarmmeldung und müssen sofort in den Dienst einrücken. Weil sie vorher dafür ausgebildet worden sind, kann die Schweiz im Ernstfall schnell viele Soldatinnen und Soldaten einsetzen.
Mobilmachung heisst: Die Armee ruft ihre Soldatinnen und Soldaten schnell zusammen, damit sie bereit sind, das Land zu schützen, zum Beispiel in einer Krise.
Als Frau kannst du dich freiwillig für den Militärdienst melden. Frauen absolvieren die gleichen Verfahren und Ausbildungen wie Männer und können jede Funktion ausüben, für die sie geeignet sind. Wenn du Dienst leistest, stärkst du die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz und trägst dazu bei, die Sicherheit des Landes zu schützen.
Die Armee hilft zivilen Behörden, falls deren eigene Mittel nicht mehr ausreichen. Beispiele dafür können grosse Katastrophen oder besondere Notfälle sein. Sie unterstützt nur auf Anfrage und arbeitet nicht selbständig, sondern als zusätzliche Hilfe.
Katastrophenschutz bedeutet, Menschen, Umwelt und wichtige Einrichtungen wie Energiekraftwerke oder Wasserversorgungen zu schützen, wenn etwas Schlimmes wie beispielsweise eine Naturkatastrophe oder ein grosser Unfall passiert. In solchen Situationen kann die Armee die zivilen Behörden unterstützen, wenn zusätzliche Hilfe gebraucht wird.
Schutz von Personen bedeutet, Menschen zu schützen, die beispielsweise aufgrund einer Naturkatastrophe besonders gefährdet sind.
Schutz von besonders schutzwürdigen Sachen bedeutet, wichtige Orte und Dinge wie Stromanlagen, Bahnlinien, Kulturgüter oder historische Gebäude zu schützen.
Die Truppen der Armee, die in der Nähe einer Katastrophe sind, helfen sofort, zum Beispiel mit Aufräumen oder mit der Unterstützung der Bevölkerung. Diese Form nennt sich Spontanhilfe. Wenn es schwieriger wird, kommen speziell ausgebildete Teams wie Rettungstruppen zum Einsatz. Dieser Fall nennt sich militärische Katastrophenhilfe.
Menschen, wichtige Gebäude, Strom- oder Verkehrsanlagen und sogar Computersysteme können bedroht sein. Bedrohungen können zum Beispiel auf dem Boden, in der Luft oder im Internet vorkommen. Solche Ereignisse können jederzeit passieren und oft ohne Vorwarnung auftreten.
Die Armee hilft vor allem in der Schweiz, kann aber in Ausnahmefällen auch in Nachbarländern unterstützen. Sie kann auch bei humanitären Einsätzen im Ausland helfen. Bei solchen Hilfeleistungen im Ausland ist der Einsatz der Armee immer nur als Unterstützung und nicht als Ersteinsatzkraft gedacht.
Bei grossen Katastrophen, wie beispielsweise bei den schweren Erdbeben 2023 in der Türkei und in Syrien, können Spezialteams der Armee dabei helfen, Opfer zu retten und Verletzte zu versorgen. Sie können auch mit Transporten, Material, Kommunikation oder Beratung unterstützen.
Für die Unterstützung bei Katastrophen sind vor allem die Rettungstruppen zuständig. Sie haben speziell ausgebildete Teams, die innerhalb weniger Stunden einsatzbereit sind. Zusätzlich helfen andere Einheiten, je nach Situation und Bedarf.
Die Schweiz hilft, wenn es grosse Gefahren oder besondere Notlagen gibt, zum Beispiel bei Katastrophen. Der Einsatz kann im Inland und in Ausnahmefällen auch im Ausland erfolgen.
Katastrophen können Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Bergstürze, längere Stromausfälle (Blackouts) oder terroristische Aktivitäten sein. In solchen Fällen hilft die Armee, Menschen zu schützen und Schäden zu begrenzen.
Für den Katastrophenschutz sind vor allem die Rettungstruppen zuständig. Zusätzlich unterstützen Einheiten verschiedener Bereiche, je nachdem, welche Hilfe gebraucht wird.
Der Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) ist die Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Gemeinden, um die Sicherheit im Land zu gewährleisten. Sie koordinieren ihre Aktivitäten, um auf Gefahren besser reagieren zu können.
Ein Beispiel ist die COVID-19-Pandemie: Der Sicherheitsverbund Schweiz sorgte dafür, dass Kantone, Spitäler, Polizei und Armee zusammenarbeiteten, damit Spitäler genügend Platz hatten und die Armee beim Transport von Material oder beim Testen helfen konnte.
Militärische Friedensförderung bedeutet, dass die Schweizer Armee im Ausland dabei hilft, den Frieden zu sichern.
Rund 300 Soldatinnen und Soldaten der Schweizer Armee unterstützen in Konfliktgebieten Menschen und sorgen dafür, dass ein friedliches Zusammenleben möglich wird.
In der militärischen Friedensförderung übernimmt die Schweizer Armee viele unterschiedliche Aufgaben, je nach Einsatzort und Auftrag.
Im Kosovo zum Beispiel unterstützen Soldatinnen und Soldaten die Friedenstruppe KFOR und arbeiten dabei in Überwachungsteams, im Transportwesen, in der medizinischen Versorgung der Truppe oder in der Militärpolizei.
Der Friedensförderungseinsatz ist zeitlich begrenzt. Zuerst gibt es eine Vorbereitungsphase in der Schweiz, danach reist man zum Einsatzort, wo man in der Regel sechs Monate bis zu einem Jahr bleibt und täglich seine Aufgaben erfüllt.
Schweizer Soldatinnen und Soldaten sind in über zwölf Missionen in Europa, Afrika und Asien im Einsatz. Sie überwachen den Waffenstillstand in Korea, unterstützen im Kosovo die KFOR, arbeiten in Bosnien bei den Schutztruppen EUFOR ALTHEA, leisten humanitäre Minenräumung und sind in UNO- und OSZE-Hauptquartieren tätig.
Einsätze in der militärischen Friedensförderung sind freiwillig. Interessierte Frauen und Männer können sich beim Kompetenzzentrum SWISSINT (SWISSINT Bewerbung) bewerben. Voraussetzungen sind unter anderem die Schweizer Staatsbürgerschaft, ein Führerausweis und eine abgeschlossene Ausbildung; je nach Aufgabe zählen zivile oder militärische Fähigkeiten.
Frauen, die keine militärische Grundausbildung beziehungsweise keine Rekrutenschule absolviert haben, können sich ebenfalls für einen Einsatz im Rahmen der SWISSCOY/KFOR oder der EUFOR Althea bewerben. Sie absolvieren vor der einsatzbezogenen Ausbildung eine militärische Grundausbildung von drei Wochen.
Einsätze in der militärischen Friedensförderung sind immer zeitlich begrenzt. Auf dem Balkan dauern sie meistens sechs Monate, andere Einsätze wie beispielsweise als UNO-Militärbeobachterin dauern in der Regel ein Jahr. Vor dem Einsatz wird eine zwei- bis dreimonatige Ausbildung in der Schweiz absolviert.
Einsätze in der militärischen Friedensförderung können gefährlich sein, weil sie in Regionen stattfinden, die von Kriegen und Konflikten geprägt sind. Die Soldatinnen und Soldaten werden in der Schweiz intensiv vorbereitet, lernen Risiken einzuschätzen und richtig zu handeln, aber ein Restrisiko bleibt.
Für Einsätze in der militärischen Friedensförderung kannst du dich freiwillig beim Kompetenzzentrum SWISSINT bewerben. Dazu gibt es alle Informationen auf www.peacekeeping.ch oder direkt bei der Personalabteilung SWISSINT per E-Mail (rekr.swissint@vtg.admin.ch) oder Telefon (058 467 58 58).
Nein, Frauen müssen keine Rekrutenschule absolviert haben, um sich für einen Einsatz im Rahmen der SWISSCOY/KFOR oder der EUFOR Althea zu bewerben. Vor dem Auslandseinsatz absolvieren sie zusätzlich eine dreiwöchige militärische Grundausbildung, damit sie bestmöglich auf den Einsatz vorbereitet sind.
Die Vorbereitung auf Einsätze erfolgt im Kompetenzzentrum SWISSINT in Stans-Oberdorf (NW), einem international zertifizierten Ausbildungszentrum.
Die Ausbildung ist intensiv und vielfältig und umfasst je nach Tätigkeit unter anderem Sanitätsdienst, Selbstschutz, Fahren, Minensensibilisierung, Waffenausbildung, Einsatzregeln, Kommunikation und Stressmanagement.
Ein Einsatz in der militärischen Friedensförderung gibt dir wertvolle persönliche und berufliche Erfahrungen und ermöglicht, aktiv zur Sicherheit in Krisengebieten beizutragen. Dabei lernst du, in internationalen Teams zu arbeiten, Konflikte zu lösen, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren und Führungs-, Entscheidungs- und Organisationsfähigkeiten zu entwickeln.
Ja, auch ohne vorherige Rekrutenschule kannst du nach einem Auslandseinsatz in die Milizarmee eingeteilt werden.
Frauen können als Soldatin, Unteroffizierin oder Fachoffizierin eingeteilt werden und haben so Zugang zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Armee.