

Was bringt es mir, Dienst zu leisten? Wie sieht der militärische Alltag aus und was heisst für die Armee «Nulltoleranz»? Antworten auf all diese Fragen findest du hier.
Der Militärdienst bietet die Möglichkeit, echte Kameradschaft zu erleben, Verantwortung zu übernehmen und persönliche Grenzen kennenzulernen. Du lernst Fähigkeiten, die auch im Zivilleben nützlich sind, arbeitest im Team für die Gesellschaft und entwickelst Disziplin und Einsatzbereitschaft, was dir auch später helfen kann und worauf du stolz sein kannst.
Der Militärdienst vermittelt Fähigkeiten und Erfahrungen, die in vielen beruflichen Situationen nützlich sind, und hilft dabei, sich selbst besser kennenzulernen. Nach der Rekrutenschule erhält man einen Bildungs- und Kompetenznachweis. Kaderausbildungen vermitteln Leadership und Organisation. Zudem gibt es Möglichkeiten, Ausbildungsgutschriften oder ECTS-Punkte für das Studium oder für Weiterbildungen zu erhalten. Für gewisse Module können Dispensationen ausgestellt werden und das Weitermachen kann als Praxiserfahrung angerechnet werden.
Alle Informationen zur Anerkennung der militärischen Ausbildung an zivile Aus- und Weiterbildungen sowie die Kooperationsvereinbarungen findest du hier: Anrechenbarkeiten.
Je nach ausgeübter Funktion und Grad können unterschiedliche Ausbildungen absolviert werden, die auch im zivilen Umfeld anerkannt werden. Beispiele dafür sind Führerausweise in verschiedenen Kategorien und der Nothilfekurs.
Dank Kooperationen mit Bildungsinstitutionen können gewisse militärische Ausbildungen wie beispielsweise die Kaderausbildung in Form von ECTS-Punkten an Studiengänge angerechnet werden. Zudem besteht in gewissen Fällen die Möglichkeit, sich von einzelnen Modulen dispensieren lassen zu können oder den Militärdienst als Berufspraktikum auszuweisen, beispielsweise für die Zulassung zu Fachhochschulen.
Alle Informationen zur Anerkennung der militärischen Ausbildung an zivile Aus- und Weiterbildungen sowie die Kooperationsvereinbarungen findest du hier: Anrechenbarkeiten.
Während des Militärdienstes bekommst du den sogenannten Erwerbsersatz von mindestens 69 Franken pro Tag. Hinzu kommt ein Sold (6 Franken als Rekrutin, 7.50 Franken als Soldatin) pro geleistetem Diensttag. Du bist militärversichert und musst bei Diensten über 60 Tage keine Krankenkassenprämien bezahlen. Bei Geldproblemen hilft dir der Sozialdienst der Armee weiter.
Sozialdienst der Armee
Ja, wenn du geeignet bist, kannst du eine Kaderausbildung machen und später zum Beispiel Unteroffizierin oder Offizierin werden. Ob du dafür geeignet bist, wird während der Rekrutierung oder in der Rekrutenschule beurteilt.
Ja, da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du kannst beispielsweise als Berufsunteroffizierin oder Berufsoffizierin für die Armee arbeiten. Ausserdem gibt es die Möglichkeit von Friedenförderungseinsätzen im Ausland sowie zahlreiche zivile Arbeitsstellen innerhalb der Armee.
Militärische Berufe
SWISSINT - Peacekeeping Switzerland
Stellenportal Bund
Zivile Berufe – in der Gruppe Verteidigung
Der Militärdienst kann körperlich und mental anstrengend sein, aber du wirst Schritt für Schritt daran herangeführt. Bei der Rekrutierung wirst du in eine Funktion eingeteilt, die zu deinem Fitnesslevel passt.
Du bist nicht allein: Die Armee bietet ein umfassendes Beratungs- und Betreuungsangebot, welches dir in solchen Situationen helfen kann. Je nach Bedürfnis kannst du dich an deine Kommandantin oder deinen Kommandanten, die Truppenärztin oder den Truppenarzt, den Psychologisch-Pädagogischen Dienst der Armee oder die Armeeseelsorgerin oder den Armeeseelsorger wenden. Du kannst auch FiAD, den Sozialdienst der Armee oder die Vertrauensstelle für Angehörige der Armee kontaktieren.
Psychologisch-Pädagogischer Dienst
Armeeseelsorge
Fachstelle Frauen in der Armee und Diversity
Sozialdienst der Armee
Unabhängige Vertrauensstelle
Während des Dienst- und Ausbildungsbetriebs wird dir Zeit eingeräumt, damit du dich um deine Hygiene kümmern kannst. Bei Menstruationsbeschwerden steht dir der Truppenarzt oder die Truppenärztin zur Verfügung. Gewöhnliche Menstruationsartikel und entsprechende Medikamente liegen in deiner eigenen Verantwortung.
Frauen und Männer schlafen normalerweise getrennt und nutzen getrennte sanitäre Anlagen. Wenn das ausnahmsweise nicht möglich ist, wird gemeinsam eine passende Lösung gesucht, damit sich alle wohlfühlen.
Wenn du schwanger bist, kannst du den Militärdienst verschieben (Dienstverschiebung). Wenn es medizinisch sicher ist, besteht aber auch die Möglichkeit, vorerst weiter Dienst zu leisten. Ärztinnen und Ärzte entscheiden gemeinsam mit dir, welche Aufgaben für dich möglich und sicher sind.
Im Militär kannst du dich vegetarisch ernähren, meistens gibt es eine fleischlose Alternative. Gewisse spezielle Kostformen (z.B. glutenfrei, laktosefrei, vegan) können jedoch nicht immer extra gekocht werden. Dafür gibt es individuelle Lösungen, die vordienstlich mit der Kommandantin oder dem Kommandanten sowie der Küche abgesprochen werden können.
Du kannst den Start der Rekrutenschule selbst festlegen. Weiter kannst du den Dienst verschieben oder im Durchdienermodell die gesamte Dienstzeit an einem Stück leisten. Während des Dienstes sind Urlaube möglich. Als Kader kann die Dienstleistung unterbrochen werden. Schliesslich gibt es noch den Sozialdienst der Armee, welcher bei finanziellen, familiären oder rechtlichen Problemen unterstützen kann.
Sozialdienst der Armee
In der Regel kannst du am Wochenende nach Hause gehen. Der Urlaub für das Wochenende dauert normalerweise von Freitagabend oder Samstagmorgen bis Sonntagabend. Jedoch muss an den Wochenenden immer eine Wache vor Ort gestellt werden. Vereinzelt wirst du daher am Wochenende Wachtdienst vor Ort leisten müssen und ausnahmsweise nicht nach Hause gehen können.
Nein, während des Dienstes übernachtest du normalerweise von Sonntagabend (bzw. Montagmorgen) bis Freitagabend oder Samstagmorgen in der Truppenunterkunft oder während Übungen und Einsätzen draussen (Zelt, Notunterkunft, Zivilschutzanlage).
Ja, diese Möglichkeit gibt es. Während der Rekrutenschule stehen dir zwei frei wählbare Urlaubstage zur Verfügung, die ohne Begründung bezogen werden können. Danach kannst du per Urlaubsgesuch und mit den jeweils notwendigen Unterlagen Abwesenheiten beantragen.
Der Zeitpunkt der Rekrutenschule kann selbst gewählt werden. Jedes Jahr stehen dabei zwei Starts zur Auswahl, einer im Januar und einer im Juli.
Es empfiehlt sich, die Rekrutenschule nach abgeschlossener Erstausbildung (beispielsweise Berufslehre oder Matura) zu absolvieren. Der RS-Planer kann dir dabei helfen, den besten Zeitpunkt für den Start in deine RS zu finden.
Ja, wenn die Armee nicht genug Freiwillige hat, kann sie dich laut Militärgesetz einmal während der Dienstleistung zum Weitermachen verpflichten. Dann musst du den entsprechenden Dienst und die Aufgaben erfüllen.
Wer militärdienstpflichtig ist, aber den Militärdienst nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, kann ein Gesuch für einen Wechsel in den Zivildienst stellen. Dieses Gesuch kann auch nach Beginn der Rekrutenschule gestellt werden. Die Website des Bundesamtes für Zivildienst bietet mehr Informationen zu den Zulassungsbestimmungen zum Zivildienst.
Sexismus und sexualisierte Gewalt können heutzutage in der Armee leider noch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Armee arbeitet fleissig mit verschiedenen Massnahmen und einer Null-Toleranz-Haltung daran, Diskriminierung und sexualisierte Gewalt zu bekämpfen.
Diskriminierung bedeutet, dass eine Person aufgrund persönlicher Merkmale unfair oder schlechter behandelt wird. Beispiele dafür können das Geschlecht, die Herkunft, die Religion oder die sexuelle Orientierung sein.
Sexualisierte Gewalt umfasst alle Handlungen mit sexuellem Bezug, die jemand nicht will oder zu denen er oder sie gezwungen wird. Dazu gehören auch unangemessene Sprüche, Berührungen oder Situationen, in denen persönliche Grenzen überschritten werden.
Diskriminierung und sexualisierte Gewalt werden in der Armee nicht toleriert. Wenn etwas passiert, gibt es klare Regeln und Hilfe, damit Betroffene geschützt werden.
Ja, wirst du. In der Armee gilt Nulltoleranz, das heisst: Diskriminierung und sexualisierte Gewalt werden nicht toleriert. Wenn dir etwas passiert, bekommst du Hilfe. Du darfst jederzeit mit einer Vertrauensperson sprechen. Dies können deine Kommandantin oder dein Kommandant, die Ärztin oder der Arzt sowie die Militärpolizei und die anderen Dienste sein. Die Armee verpflichtet sich zu einer offenen und sicheren Kultur, in der alle respektvoll behandelt werden und niemand allein gelassen wird.
Die Kaderpersonen sind zuständig für die Durchsetzung der Nulltoleranz und müssen in solchen Situationen handeln und unterstützen.
Es gibt zusätzlich verschiedene Anlaufstellen und Beratungsangebote. Bist du betroffen, kannst du dich bei der Melde- und Beratungsstelle der Fachstelle Frauen in der Armee und Diversity (FiAD, Melde- und Beratungsstelle) melden. Ansprechpersonen sind aber auch die Truppenärztin oder der Truppenarzt, die Armeeseelsorgerin oder der Armeeseelsorger sowie der Sozialdienst der Armee, der Psychologisch-Pädagogischer Dienst der Armee, die Vertrauensstelle für Angehörige der Armee sowie in einer Notlage oder bei der Erstattung einer Anzeige die Militärpolizei.
Einen Vorfall meldest du wenn möglich zuerst der vorgesetzten Person. Danach wird gemeinsam entschieden, wie das weitere disziplinarische und/oder strafrechtliche Vorgehen aussieht.
In der Armee sollen alle Menschen respektiert werden. Vielfalt ist wichtig, weil verschiedene Erfahrungen und Fähigkeiten das Team stärker machen. Deshalb will die Armee die Vielfalt auch gezielt fördern.
Alle haben das Recht auf Schutz vor Diskriminierung und die Armee arbeitet aktiv daran, Gleichstellung und Inklusion zu verbessern.
In der Armee gilt eine Nulltoleranz gegenüber Diskriminierung und sexualisierter Gewalt. Die Armeeführung erwartet, dass Probleme klar angesprochen werden und niemand wegschaut. Es soll eine offene und respektvolle Kultur für alle herrschen.