
Als junge Jurastudentin startet Franziska Heizmann Anfang der 1990er-Jahre in der Luftwaffe. Später folgt sie dem Ruf internationaler Friedenseinsätze und landet schliesslich in einem Bereich, den viele als Elite der Armee kennen – bei den Grenadieren. Heute berät sie Nichtregierungsorganisationen in Krisengebieten.
Ohne meine Erfahrung in der Armee in internationalen Missionen wäre ich nicht da, wo ich heute bin.
Major a D Franziska Heizmann
Franziska Heizmann beginnt ihre Militärlaufbahn gegen Ende des Kalten Krieges als Radarsoldat in einer Fliegernachrichtenkompanie der Luftwaffe. Damals gab es noch Rekrutenschulen speziell für Frauen. Technik, Teamarbeit, ein dunkler Raum mit Radarschirmen: «Eine Welt, in die ich ohne die Armee nie hineingekommen wäre», sagt sie. Parallel zum Jura-Studium leistet sie ihren Dienst als Milizsoldat und absolviert später die Offiziersschule als einzige Frau unter Männern. 2008 wechselt sie ins Kommando Spezialkräfte in den damaligen Stab des Grenadierkommandos 1, später in die Reserve des Grenadierbataillons 40. Im Jahr 2020 wird Heizmann ausgemustert; «ohne Wehmut, eher als Abschluss eines stimmigen Lebensabschnitts».
Heizmann möchte mit ihrem Dienst etwas leisten für die Sicherheit in der Schweiz. Sie will Pflichten übernehmen und daraus auch gleiche Rechte ableiten. Das Militär ist in ihrer Familie präsent; der Vater aktiv, das Thema selbstverständlich. Die Entscheidung, Dienst zu leisten, trifft sie aber aus Neugier. Franziska beschreibt sich als jemanden, der lieber dabei ist, als von aussen zu urteilen. Kameradschaft und Teamgeist stehen für sie im Zentrum: Militär, sagt sie, sei nichts für Egoisten.
Der erste Auslandseinsatz verändert ihren Kurs: 2000 geht Heizmann mit Swissint für sechs Monate in den Kosovo, als Legal Advisor und Logistikadministratorin. Dort, als Teil des internationalen Kontingents, erlebt sie, wie «die Welt plötzlich aufgeht»: neue Perspektiven, neue Menschen, Freundschaften, die bleiben. Später arbeitet sie als Militärbeobachterin im Nahen Osten, wohnt in Damaskus und wird in den Golanhöhen als Planungs- und Trainingsoffizierin eingesetzt. Dieser «Virus» der internationalen Einsätze habe sie gepackt und auch zum Beruf geführt, den sie heute noch ausführt. Sie berät mit ihrer eigenen Firma humanitäre Organisationen in Krisengebieten zum Thema Sicherheit und arbeitet als Coach in Stress- und Traumamanagement.
Menschen machen die Armee aus. Es braucht alle, die können, um die Schweiz zu verteidigen.