

Frauen können freiwillig in der Schweizer Armee Dienst leisten. Dabei gelten die gleichen Rechte und Pflichten für Männer und Frauen. Und natürlich: Männer und Frauen haben bei gleicher Leistung die gleichen Chancen.
Als Frau darfst du Militärdienst leisten, wenn du volljährig bist, die Schweizer Staatsangehörigkeit hast und die medizinische und sportliche Prüfung an der Rekrutierung bestehst.
Im Alter von 17-18 Jahren erhalten alle Schweizerinnen eine Einladung zum freiwilligen Orientierungstag. Die Rekrutierung ist ab 18 Jahren möglich, normalerweise spätestens mit 24 Jahren. Bist du älter als 24 Jahre, kannst du einen schriftlichen Antrag zur Absolvierung der Rekrutenschule stellen.
Als Frau bist du militärdienstpflichtig, sobald du nach der Rekrutierung bei der Abschlussbesprechung mit der Rekrutierungsoffizierin oder dem Rekrutierungsoffizier deine Unterschrift gegeben hast.
Um Militärdienst leisten zu können, solltest du mindestens eine der Amtssprachen der Schweiz sprechen, da die Ausbildung in der Armee in einer oder mehrere Amtssprachen erfolgt.
Nein, nur Schweizer Staatsangehörige können Militärdienst leisten.
Ja, Auslandschweizerinnen können sich freiwillig zum Militärdienst melden. Der Prozess verläuft gleich wie bei Auslandschweizern.
Ja, Doppelbürgerinnen können für die Schweiz Militärdienst leisten, sofern sie zuvor nicht bereits für ein anderes Land Militärdienst geleistet haben.
Ja, grundsätzlich kannst du auch ohne abgeschlossene Ausbildung Militärdienst leisten.
Für bestimmte Funktionen, wie zum Beispiel als Mechanikerin, ist jedoch eine zivil abgeschlossene Ausbildung erforderlich.
Zuerst erhältst du eine Einladung zum freiwilligen Orientierungstag. Danach folgt die Rekrutierung, bei der deine Tauglichkeit geprüft wird und du in eine Funktion eingeteilt wirst. Rund drei bis zwölf Monate später folgt dann der Start der Rekrutenschule.
Realistische Erfahrungsberichte lassen sich beispielsweise auf den Social-Media-Kanälen von weiblichen Angehörigen der Armee wie Sarah Wichert (Instagram) oder Georgina Mermod (Instagram) finden.
Im Podcast «Change The Game» (Change The Game Podcast | Podcast on Spotify) berichten Frauen, warum sie sich für den Militärdienst entschieden haben und erzählen von ihren Erlebnissen. Auch ein Besuch der Website des unabhängigen Vereins Frauen im TAZ (FiT) kann einen guten Einblick verschaffen.
Fragen speziell zum Militärdienst für Frauen kannst du an mehreren Stellen klären: beim Orientierungstag, bei der Fachstelle Frauen in der Armee (FiAD) oder dem Kommando Rekrutierung sowie während der Rekrutierung. Zusätzlich bieten der Verein Frauen im TAZ (FiT) und Social-Media-Kanäle weiblicher Angehörigen der Armee wie Sarah Wichert (Instagram) oder Georgina Mermod (Instagram) Einblicke und Antworten.
Aktuell gibt es leider keine Schnuppertage. Ein Besuchstag kann jedoch einen Einblick in die verschiedenen Truppengattungen und Funktionen geben (Besuchstage). Weiter können vordienstliche Ausbildungen, welche für einige Funktionen empfohlen oder gar obligatorisch sind, einen realistischen Eindruck in den Militäralltag geben (Vordienstliche Ausbildung und Eignungsprüfungen).
Sämtliche Infos zum Orientierungstag sind unter folgendem Link zu finden: Orientierungstag.
Der Orientierungstag wird von der jeweiligen kantonalen Militärbehörde (Adressen der kantonalen Militärbehörden) organisiert.
Am Orientierungstag erfährst du alles über die Aufgaben der Armee, Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten sowie über Zivilschutz und Zivildienst. Du lernst die vier Armee-Teams (Teams) kennen und bekommst einen ersten Überblick über die über 120 verschiedenen Funktionen (FUNCTION FINDER), sodass du dir mögliche Wunschfunktionen überlegen kannst. Du kannst auch alle deine Fragen zum Militärdienst stellen.
Nein, der Orientierungstag ist ein amtlicher Termin. Arbeitgebende oder Schulen müssen dir daher für diesem Tag frei geben ohne negative Konsequenzen für dich.
Ja, das ist grundsätzlich möglich, dazu musst du zuvor jedoch bei der zuständigen Militärbehörde des entsprechenden Kantons (Adressen der kantonalen Militärbehörden) nachfragen.
Momentan noch nicht. Der Bundesrat plant jedoch, den Orientierungstag auch für Frauen obligatorisch zu machen.
Die Einladung für den momentan noch freiwilligen Orientierungstag erhalten Frauen im Alter von 17 bis 18 Jahren durch den Kanton.
Die über 120 verschiedenen Funktionen in der Armee lassen sich in die vier Teams «Hilfe», «Unterstützung», «Technik» und «Kampf» einteilen. Sie alle haben einen Grundauftrag. Erst durch das Zusammenspiel dieser vier Teams wird die volle Kraft der Armee entfaltet. Das Team «Hilfe» ist in Notlagen da. Das Team «Unterstützung» stellt die Organisation der Armee sicher. Das Team «Technik» hält alles am Laufen. Das Team «Kampf» steht im direkten Feindkontakt.
Mit dem Team Finder (TEAM FINDER) kannst du nach einem kurzen Fragebogen herausfinden, welches Armee-Team am besten zu dir passen könnte. Die Ergebnisse sind nur Empfehlungen. Du kannst auch ein anderes Team wählen, wenn du möchtest.
In der Armee gibt es über 120 verschiedene Funktionen, die einen speziellen Beitrag zum jeweiligen Grundauftrag des Teams leisten. Mit dem Function Finder (FUNCTION FINDER) kannst du nach einem kurzen Fragebogen herausfinden, welche Funktionen zu dir passen könnten und welche Aufgaben sie haben.
Mit dem Function Finder (FUNCTION FINDER) kannst du nach ein paar Fragen herausfinden, welche Funktionen am besten zu dir passen könnten. Die Ergebnisse sind nur Empfehlungen. Du kannst auch eine andere Wunschfunktion wählen, wenn du möchtest.
Die Voraussetzungen wie Sporttest, Sprachen oder andere Fähigkeiten unterscheiden sich je nach Funktion. Im Function Finder (FUNCTION FINDER) kannst du für jede Funktion die genauen Anforderungen (zum Beispiel notwendige Anzahl Sportpunkte) einsehen.
Am Rekrutierungstag kannst du mehrere Wunschfunktionen angeben, die automatisch zu einer bestimmten Truppengattung gehören. Die Einteilung hängt davon ab, ob du die Voraussetzungen erfüllst und ob die Armee noch Leute in dieser Funktion benötigt. Priorität haben dabei immer die Bedürfnisse der Armee.
Wenn du als Frau nicht einverstanden bist, musst du nicht unterschreiben.
Ja, deine persönlichen Interessen werden berücksichtigt, solange sie zu den Bedürfnissen der Armee passen und du die Voraussetzungen für die gewünschte Funktion erfüllst.
Das ist nicht zwingend. Die zivile Ausbildung kann, muss aber nicht eine Rolle spielen bei der Funktionseinteilung. Einige Funktionen wie bspw. Mechanikerin setzen jedoch gewisse zivile Ausbildungen voraus.
Nein, du kannst nicht selbst auswählen, mit wem du Dienst leistest. Was gewählt werden kann, ist der Startzeitpunkt deiner Rekrutenschule. Eine gemeinsame Einteilung mit Freundinnen oder Bekannten ist daher zwar möglich, aber nicht garantiert.
Ja, das ist möglich. Je nach Funktion oder Schule hat es mehr oder weniger Frauen, die Dienst leisten.
Nein, diese Garantie gibt es nicht. Einige Funktionen werden jedoch von mehr Frauen als andere besetzt (siehe nächste Frage).
Die höchsten Anteile an Frauen gibt es in den Rettungstruppen, in den Sanitätstruppen und in der Militärpolizei.
Auf Deutsch kannst du alle Funktionen ausüben, auf Französisch die meisten und auf Italienisch nur einige. Das bedeutet, dass du oftmals mindestens eine der Sprachen Deutsch oder Französisch verstehen solltest.
Im Function Finder (FUNCTION FINDER) findest du bei jeder Funktion die dafür notwendige Anzahl an Sportpunkten.
Ja, das ist möglich. Dafür benötigt es in einem ersten Schritt die Einreichung eines Gesuches beim für den Zivilschutz zuständigen Amt des Kantons. Bei einem positiven Entscheid erfolgt die Einladung zur Rekrutierung, welche von der Armee und dem Zivilschutz gemeinsam durchgeführt wird. An dieser werden verschiedene Tests durchgeführt, um die für dich passende Funktion im Zivilschutz zu finden. Mehr Infos zu Frauen im Zivilschutz findest du auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) (Frauen im Zivilschutz).
Ja, allerdings nur, wenn du militärdiensttauglich bist. Nach der Rekrutierung kann das entsprechende Gesuch beim Zivildienst eingereicht werden. Der Zivildienst beinhaltet 1,5-mal so viele Diensttage wie der Militärdienst und umfasst einen langen Einsatz von 6 Monaten am Stück.
WK ist die Abkürzung von Wiederholungskurs. Beim WK-Modell werden die zu leistenden Diensttage nach der Rekrutenschule auf jährlich stattfindende Wiederholungskurse (in der Regel 3 Wochen pro Jahr als Soldatin, 4 Wochen für Kaderangehörige) verteilt. Beim Durchdiener-Modell werden sämtliche erforderlichen Diensttage (300 Tage) während elf Monaten an einem Stück geleistet.
Im WK-Modell sind folglich die militärbedingten Abwesenheiten deutlich kürzer, jedoch wiederkehrend. Zudem können WK verschoben werden, was dem Modell eine gewisse Flexibilität verleiht. Im DD-Modell wird nach Absolvierung der erforderlichen 300 Diensttage an einem Stück kein Militärdienst mehr geleistet. Die Dienstpflicht ist erfüllt, was ein Vorteil bei der Lebensplanung rund um Ausbildung, Beruf und Familie sein kann.
Nicht jede Funktion gibt es im DD-Modell und es gibt keine Garantie dafür, den Dienst in diesem Modell leisten zu können. Weiter ist für das DD-Modell die Matura oder eine abgeschlossene Lehre nötig.
Sämtliche Informationen zur Rekrutierung sind auf der Website der Schweizer Armee zu finden: Rekrutierungstage.
Ab der Unterschrift beim abschliessenden Gespräch mit der Rekrutierungsoffizierin oder dem Rekrutierungsoffizier an der Rekrutierung verpflichtest du dich, Dienst zu leisten.
Nein, die Rekrutierung ist ein amtlicher Termin. Arbeitgebende oder Schulen müssen dir daher an diesem Tag frei geben ohne negative Konsequenzen für dich.
Im besten Fall weisst du bereits vor der Rekrutierung, welche zwei bis drei persönlichen Wunschfunktionen du hast.
Mit der Ready App (Sport-App ready #teamarmee) kannst du dich gezielt auf den Sporttest an der Rekrutierung vorbereiten.
Für gewisse Funktionen können vordienstliche Ausbildungen obligatorisch oder empfohlen sein. Bei diesen Ausbildungen lernst du spezifische Sachen, die dir in der späteren Funktion helfen können.
Der Sporttest wird bereits am Orientierungstag ein erstes Mal thematisiert und genauer vorgestellt. Anschliessend bietet dir die Sport-App «ready #teamarmee» (Sport-App ready #teamarmee) die Möglichkeit, dich optimal für den Sporttest an der Rekrutierung vorzubereiten.
Der Sporttest besteht aus den Disziplinen «Standweitsprung», «Medizinballstoss», «Einbeinstand», «globaler Rumpfkrafttest» sowie «progressiver Ausdauerlauf» (Mehr Infos und Videos zu den einzelnen Disziplinen). Hinzu kommen medizinische und psychologische Tests.
Es gibt keine vorausgesetzte Mindestpunktzahl. Auch mit null Sportpunkten kannst du gewisse Funktionen ausüben. Je tiefer jedoch die Anzahl Sportpunkte ausfällt, desto geringer ist die Auswahl an möglichen Funktionen.
Nein, ein schlechter Sporttest hat keinen Einfluss auf den Entscheid über deine Tauglichkeit. Entscheidend für deine Tauglichkeit sind die medizinischen und psychologischen Tests. Ausserdem muss du die Personensicherheitsprüfung (Überprüfung des Strafregisters, etc.) bestehen.
Bist du militärdienstuntauglich, gibt es die Möglichkeit, dass du schutzdiensttauglich bist und Zivilschutz leisten kannst.
Bei einer doppelten Untauglichkeit bezahlen Frauen keine Wehrpflichtersatzabgabe. Wirst du als doppeluntauglich eingestuft, hast du die Möglichkeit, Militärdienst mit speziellen medizinischen Auflagen zu leisten (Militärdienst mit speziellen medizinischen Auflagen).
Der Militärdienst bietet die Möglichkeit, echte Kameradschaft zu erleben, Verantwortung zu übernehmen und persönliche Grenzen kennenzulernen. Du lernst Fähigkeiten, die auch im Zivilleben nützlich sind, arbeitest im Team für die Gesellschaft und entwickelst Disziplin und Einsatzbereitschaft, was dir auch später helfen kann und worauf du stolz sein kannst.
Der Militärdienst vermittelt Fähigkeiten und Erfahrungen, die in vielen beruflichen Situationen nützlich sind, und hilft dabei, sich selbst besser kennenzulernen. Nach der Rekrutenschule erhält man einen Bildungs- und Kompetenznachweis. Kaderausbildungen vermitteln Leadership und Organisation. Zudem gibt es Möglichkeiten, Ausbildungsgutschriften oder ECTS-Punkte für das Studium oder für Weiterbildungen zu erhalten.
Je nach ausgeübter Funktion und Grad können unterschiedliche Ausbildungen absolviert werden, die auch im zivilen Umfeld anerkannt werden. Beispiele dafür sind Führerausweise in verschiedenen Kategorien und der Nothilfekurs.
Dank Kooperationen mit Bildungsinstitutionen können gewisse militärische Ausbildungen wie beispielsweise die Kaderausbildung in Form von ECTS-Punkten an Studiengänge angerechnet werden. Zudem besteht in gewissen Fällen die Möglichkeit, den Militärdienst als Berufspraktikum auszuweisen, beispielsweise für die Zulassung zu Fachhochschulen.
Während des Militärdienstes bekommst du den sogenannten Erwerbsersatz von 69 Franken pro Tag. Hinzu kommt ein Sold (6 Franken als Rekrutin, 7.50 Franken als Soldatin) pro geleistetem Diensttag. Du bist militärversichert und musst bei Diensten über 60 Tage keine Krankenkassenprämien bezahlen. Bei Geldproblemen hilft dir der Sozialdienst der Armee weiter.
Ja, wenn du geeignet bist, kannst du eine Kaderausbildung machen und später zum Beispiel Unteroffizierin oder Offizierin werden. Ob du dafür geeignet bist, wird während der Rekrutierung oder in der Rekrutenschule beurteilt.
Ja, da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du kannst beispielsweise als Berufsunteroffizierin oder Berufsoffizierin für die Armee arbeiten. Ausserdem gibt es die Möglichkeit von Friedenförderungseinsätzen im Ausland sowie zahlreiche zivile Arbeitsstellen innerhalb der Armee.
Der Militärdienst kann körperlich und mental anstrengend sein, aber du wirst Schritt für Schritt daran herangeführt. Bei der Rekrutierung wirst du in eine Funktion eingeteilt, die zu deinem Fitnesslevel passt.
Du bist nicht allein: Die Armee bietet ein umfassendes Beratungs- und Betreuungsangebot, welches dir in solchen Situationen helfen kann. Je nach Bedürfnis kannst du dich an deine Kommandantin oder deinen Kommandanten, die Truppenärztin oder den Truppenarzt, den Psychologisch-Pädagogischen Dienst der Armee oder die Armeeseelsorgerin oder den Armeeseelsorger wenden. Du kannst auch FiAD, den Sozialdienst der Armee oder die Vertrauensstelle für Angehörige der Armee kontaktieren.
Während des Dienst- und Ausbildungsbetriebs wird dir Zeit eingeräumt, damit du dich um deine Hygiene kümmern kannst. Bei Menstruationsbeschwerden steht dir der Truppenarzt oder die Truppenärztin zur Verfügung. Gewöhnliche Menstruationsartikel und entsprechende Medikamente liegen in deiner eigenen Verantwortung.
Frauen und Männer schlafen normalerweise getrennt und nutzen getrennte sanitäre Anlagen. Wenn das ausnahmsweise nicht möglich ist, wird gemeinsam eine passende Lösung gesucht, damit sich alle wohlfühlen.
Wenn du schwanger bist, kannst du den Militärdienst verschieben. Wenn es medizinisch sicher ist, besteht aber auch die Möglichkeit, vorerst weiter Dienst zu leisten. Ärztinnen und Ärzte entscheiden gemeinsam mit dir, welche Aufgaben für dich möglich und sicher sind.
Im Militär kannst du dich vegetarisch ernähren, meistens gibt es eine fleischlose Alternative. Gewisse spezielle Kostformen (z.B. glutenfrei, laktosefrei, vegan) können jedoch nicht immer extra gekocht werden. Dafür gibt es individuelle Lösungen, die vordienstlich mit der Kommandantin oder dem Kommandanten sowie der Küche abgesprochen werden können.
Du kannst den Start der Rekrutenschule selbst festlegen. Weiter kannst du den Dienst verschieben oder im Durchdienermodell die gesamte Dienstzeit an einem Stück leisten. Während des Dienstes sind Urlaube möglich. Als Kader kann die Dienstleistung unterbrochen werden. Schliesslich gibt es noch den Sozialdienst der Armee, welcher bei finanziellen, familiären oder rechtlichen Problemen unterstützen kann.
In der Regel kannst du am Wochenende nach Hause gehen. Der Urlaub für das Wochenende dauert normalerweise von Freitagabend oder Samstagmorgen bis Sonntagabend. Jedoch muss an den Wochenenden immer eine Wache vor Ort gestellt werden. Vereinzelt wirst du daher am Wochenende Wachtdienst vor Ort leisten müssen und ausnahmsweise nicht nach Hause gehen können.
Nein, während des Dienstes übernachtest du normalerweise von Sonntagabend (bzw. Montagmorgen) bis Freitagabend oder Samstagmorgen in der Truppenunterkunft oder während Übungen und Einsätzen draussen (Zelt, Notunterkunft, Zivilschutzanlage).
Ja, diese Möglichkeit gibt es. Während der Rekrutenschule stehen dir zwei frei wählbare Urlaubstage zur Verfügung, die ohne Begründung bezogen werden können. Danach kannst du per Urlaubsgesuch und mit den jeweils notwendigen Unterlagen Abwesenheiten beantragen.
Der Zeitpunkt der Rekrutenschule kann selbst gewählt werden. Jedes Jahr stehen dabei zwei Starts zur Auswahl, einer im Januar und einer im Juli.
Es empfiehlt sich, die Rekrutenschule nach abgeschlossener Erstausbildung (beispielsweise Berufslehre oder Matura) zu absolvieren. Der RS-Planer kann dir dabei helfen, den besten Zeitpunkt für den Start in deine RS zu finden.
Ja, wenn die Armee nicht genug Freiwillige hat, kann sie dich laut Militärgesetz einmal während der Dienstleistung zum Weitermachen verpflichten. Dann musst du den entsprechenden Dienst und die Aufgaben erfüllen.
Wer militärdienstpflichtig ist, aber den Militärdienst nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, kann ein Gesuch für einen Wechsel in den Zivildienst stellen. Dieses Gesuch kann auch nach Beginn der Rekrutenschule gestellt werden. Die Website des Bundesamtes für Zivildienst bietet mehr Informationen zu den Zulassungsbestimmungen zum Zivildienst.
Sexismus und sexualisierte Gewalt können heutzutage in der Armee leider noch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Armee arbeitet fleissig mit verschiedenen Massnahmen und einer Null-Toleranz-Haltung daran, Diskriminierung und sexualisierte Gewalt zu bekämpfen.
Diskriminierung bedeutet, dass eine Person aufgrund persönlicher Merkmale unfair oder schlechter behandelt wird. Beispiele dafür können das Geschlecht, die Herkunft, die Religion oder die sexuelle Orientierung sein.
Sexualisierte Gewalt umfasst alle Handlungen mit sexuellem Bezug, die jemand nicht will oder zu denen er oder sie gezwungen wird. Dazu gehören auch unangemessene Sprüche, Berührungen oder Situationen, in denen persönliche Grenzen überschritten werden.
Diskriminierung und sexualisierte Gewalt werden in der Armee nicht toleriert. Wenn etwas passiert, gibt es klare Regeln und Hilfe, damit Betroffene geschützt werden.
Ja, wirst du. In der Armee gilt Nulltoleranz, das heisst: Diskriminierung und sexualisierte Gewalt werden nicht toleriert. Wenn dir etwas passiert, bekommst du Hilfe. Du darfst jederzeit mit einer Vertrauensperson sprechen. Dies können deine Kommandantin oder dein Kommandant, die Ärztin oder der Arzt sowie die Militärpolizei und die anderen Dienste sein. Die Armee verpflichtet sich zu einer offenen und sicheren Kultur, in der alle respektvoll behandelt werden und niemand allein gelassen wird.
Die Kaderpersonen sind zuständig für die Durchsetzung der Nulltoleranz und müssen in solchen Situationen handeln und unterstützen.
Es gibt zusätzlich verschiedene Anlaufstellen und Beratungsangebote. Bist du betroffen, kannst du dich bei der Melde- und Beratungsstelle der Fachstelle Frauen in der Armee und Diversity (FiAD, Melde- und Beratungsstelle) melden. Ansprechpersonen sind aber auch die Truppenärztin oder der Truppenarzt, die Armeeseelsorgerin oder der Armeeseelsorger sowie der Sozialdienst der Armee, der Psychologisch-Pädagogischer Dienst der Armee, die Vertrauensstelle für Angehörige der Armee sowie in einer Notlage oder bei der Erstattung einer Anzeige die Militärpolizei.
Einen Vorfall meldest du wenn möglich zuerst der vorgesetzten Person. Danach wird gemeinsam entschieden, wie das weitere disziplinarische und/oder strafrechtliche Vorgehen aussieht.
In der Armee sollen alle Menschen respektiert werden. Vielfalt ist wichtig, weil verschiedene Erfahrungen und Fähigkeiten das Team stärker machen. Deshalb will die Armee die Vielfalt auch gezielt fördern.
Alle haben das Recht auf Schutz vor Diskriminierung und die Armee arbeitet aktiv daran, Gleichstellung und Inklusion zu verbessern.
In der Armee gilt eine Nulltoleranz gegenüber Diskriminierung und sexualisierter Gewalt. Die Armeeführung erwartet, dass Probleme klar angesprochen werden und niemand wegschaut. Es soll eine offene und respektvolle Kultur für alle herrschen.
Sicherheit bedeutet, dass wir in der Schweiz frei und ohne Angst leben können und unsere Rechte geschützt sind. Damit das so bleibt, arbeiten viele Bereiche des Staates zusammen. Und auch die Bevölkerung übernimmt Verantwortung.
Verteidigung von Land und Leuten bedeutet, dass die Armee die Schweiz und die Menschen hier schützt, falls jemand versuchen würde, das Land anzugreifen. So soll unsere Freiheit, unsere Unabhängigkeit und unsere Sicherheit erhalten bleiben.
Zur Wahrung der schweizerischen Lufthoheit gehört, dass die Armee den Himmel über der Schweiz überwacht und kontrolliert. Sie sorgt rund um die Uhr dafür, dass keine unerlaubten Flugzeuge eindringen und kann eingreifen, wenn Regeln verletzt werden.
Verteidigung im Cyberraum bedeutet, wichtige Computer- und Datensysteme vor Hackerangriffen zu schützen. Die Armee verhindert Schäden, erkennt Gefahren früh und sorgt dafür, dass alles sicher weiterläuft.
Bedrohungen gehen von Akteurinnen und Akteuren aus, die die Sicherheit und die Handlungsfreiheit der Schweiz bzw. ihrer Gesellschaft gefährden.
Innere Bedrohungen kommen aus dem eigenen Land. Beispiele dafür sind Terroranschläge oder Angriffe auf wichtige Einrichtungen.
Äussere Bedrohungen entstehen im Ausland, zum Beispiel politische Erpressung, das Verbreiten von falschen Informationen oder militärische Angriffe.
Eine Bedrohung wird erkannt, indem Fachleute die Situation in der Schweiz und im Ausland ständig beobachten und auswerten. So können sie früh feststellen, ob jemand der Schweiz schaden möchte und rechtzeitig Massnahmen einleiten.
Armeeangehörige werden dann für die Verteidigung eingezogen, wenn die Schweiz ernsthaft bedroht oder angegriffen wird.
Im Notfall erhalten Milizsoldatinnen und -soldaten eine Alarmmeldung und müssen sofort in den Dienst einrücken. Weil sie vorher dafür ausgebildet worden sind, kann die Schweiz im Ernstfall schnell viele Soldatinnen und Soldaten einsetzen.
Mobilmachung heisst: Die Armee ruft ihre Soldatinnen und Soldaten schnell zusammen, damit sie bereit sind, das Land zu schützen, zum Beispiel in einer Krise.
Als Frau kannst du dich freiwillig für den Militärdienst melden. Frauen absolvieren die gleichen Verfahren und Ausbildungen wie Männer und können jede Funktion ausüben, für die sie geeignet sind. Wenn du Dienst leistest, stärkst du die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz und trägst dazu bei, die Sicherheit des Landes zu schützen.
Die Armee hilft zivilen Behörden, falls deren eigene Mittel nicht mehr ausreichen. Beispiele dafür können grosse Katastrophen oder besondere Notfälle sein. Sie unterstützt nur auf Anfrage und arbeitet nicht selbständig, sondern als zusätzliche Hilfe.
Katastrophenschutz bedeutet, Menschen, Umwelt und wichtige Einrichtungen wie Energiekraftwerke oder Wasserversorgungen zu schützen, wenn etwas Schlimmes wie beispielsweise eine Naturkatastrophe oder ein grosser Unfall passiert. In solchen Situationen kann die Armee die zivilen Behörden unterstützen, wenn zusätzliche Hilfe gebraucht wird.
Schutz von Personen bedeutet, Menschen zu schützen, die beispielsweise aufgrund einer Naturkatastrophe besonders gefährdet sind.
Schutz von besonders schutzwürdigen Sachen bedeutet, wichtige Orte und Dinge wie Stromanlagen, Bahnlinien, Kulturgüter oder historische Gebäude zu schützen.
Die Truppen der Armee, die in der Nähe einer Katastrophe sind, helfen sofort, zum Beispiel mit Aufräumen oder mit der Unterstützung der Bevölkerung. Diese Form nennt sich Spontanhilfe. Wenn es schwieriger wird, kommen speziell ausgebildete Teams wie Rettungstruppen zum Einsatz. Dieser Fall nennt sich militärische Katastrophenhilfe.
Menschen, wichtige Gebäude, Strom- oder Verkehrsanlagen und sogar Computersysteme können bedroht sein. Bedrohungen können zum Beispiel auf dem Boden, in der Luft oder im Internet vorkommen. Solche Ereignisse können jederzeit passieren und oft ohne Vorwarnung auftreten.
Die Armee hilft vor allem in der Schweiz, kann aber in Ausnahmefällen auch in Nachbarländern unterstützen. Sie kann auch bei humanitären Einsätzen im Ausland helfen. Bei solchen Hilfeleistungen im Ausland ist der Einsatz der Armee immer nur als Unterstützung und nicht als Ersteinsatzkraft gedacht.
Bei grossen Katastrophen, wie beispielsweise bei den schweren Erdbeben 2023 in der Türkei und in Syrien, können Spezialteams der Armee dabei helfen, Opfer zu retten und Verletzte zu versorgen. Sie können auch mit Transporten, Material, Kommunikation oder Beratung unterstützen.
Für die Unterstützung bei Katastrophen sind vor allem die Rettungstruppen zuständig. Sie haben speziell ausgebildete Teams, die innerhalb weniger Stunden einsatzbereit sind. Zusätzlich helfen andere Einheiten, je nach Situation und Bedarf.
Die Schweiz hilft, wenn es grosse Gefahren oder besondere Notlagen gibt, zum Beispiel bei Katastrophen. Der Einsatz kann im Inland und in Ausnahmefällen auch im Ausland erfolgen.
Katastrophen können Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Bergstürze, längere Stromausfälle (Blackouts) oder terroristische Aktivitäten sein. In solchen Fällen hilft die Armee, Menschen zu schützen und Schäden zu begrenzen.
Für den Katastrophenschutz sind vor allem die Rettungstruppen zuständig. Zusätzlich unterstützen Einheiten verschiedener Bereiche, je nachdem, welche Hilfe gebraucht wird.
Der Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) ist die Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Gemeinden, um die Sicherheit im Land zu gewährleisten. Sie koordinieren ihre Aktivitäten, um auf Gefahren besser reagieren zu können.
Ein Beispiel ist die COVID-19-Pandemie: Der Sicherheitsverbund Schweiz sorgte dafür, dass Kantone, Spitäler, Polizei und Armee zusammenarbeiteten, damit Spitäler genügend Platz hatten und die Armee beim Transport von Material oder beim Testen helfen konnte.
Militärische Friedensförderung bedeutet, dass die Schweizer Armee im Ausland dabei hilft, den Frieden zu sichern.
Rund 300 Soldatinnen und Soldaten der Schweizer Armee unterstützen in Konfliktgebieten Menschen und sorgen dafür, dass ein friedliches Zusammenleben möglich wird.
In der militärischen Friedensförderung übernimmt die Schweizer Armee viele unterschiedliche Aufgaben, je nach Einsatzort und Auftrag.
Im Kosovo zum Beispiel unterstützen Soldatinnen und Soldaten die Friedenstruppe KFOR und arbeiten dabei in Überwachungsteams, im Transportwesen, in der medizinischen Versorgung der Truppe oder in der Militärpolizei.
Der Friedensförderungseinsatz ist zeitlich begrenzt. Zuerst gibt es eine Vorbereitungsphase in der Schweiz, danach reist man zum Einsatzort, wo man in der Regel sechs Monate bis zu einem Jahr bleibt und täglich seine Aufgaben erfüllt.
Schweizer Soldatinnen und Soldaten sind in über zwölf Missionen in Europa, Afrika und Asien im Einsatz. Sie überwachen den Waffenstillstand in Korea, unterstützen im Kosovo die KFOR, arbeiten in Bosnien bei den Schutztruppen EUFOR ALTHEA, leisten humanitäre Minenräumung und sind in UNO- und OSZE-Hauptquartieren tätig.
Einsätze in der militärischen Friedensförderung sind freiwillig. Interessierte Frauen und Männer können sich beim Kompetenzzentrum SWISSINT (SWISSINT Bewerbung) bewerben. Voraussetzungen sind unter anderem die Schweizer Staatsbürgerschaft, ein Führerausweis und eine abgeschlossene Ausbildung; je nach Aufgabe zählen zivile oder militärische Fähigkeiten.
Frauen, die keine militärische Grundausbildung beziehungsweise keine Rekrutenschule absolviert haben, können sich ebenfalls für einen Einsatz im Rahmen der SWISSCOY/KFOR oder der EUFOR Althea bewerben. Sie absolvieren vor der einsatzbezogenen Ausbildung eine militärische Grundausbildung von drei Wochen.
Einsätze in der militärischen Friedensförderung sind immer zeitlich begrenzt. Auf dem Balkan dauern sie meistens sechs Monate, andere Einsätze wie beispielsweise als UNO-Militärbeobachterin dauern in der Regel ein Jahr. Vor dem Einsatz wird eine zwei- bis dreimonatige Ausbildung in der Schweiz absolviert.
Einsätze in der militärischen Friedensförderung können gefährlich sein, weil sie in Regionen stattfinden, die von Kriegen und Konflikten geprägt sind. Die Soldatinnen und Soldaten werden in der Schweiz intensiv vorbereitet, lernen Risiken einzuschätzen und richtig zu handeln, aber ein Restrisiko bleibt.
Für Einsätze in der militärischen Friedensförderung kannst du dich freiwillig beim Kompetenzzentrum SWISSINT bewerben. Dazu gibt es alle Informationen auf www.peacekeeping.ch oder direkt bei der Personalabteilung SWISSINT per E-Mail (rekr.swissint@vtg.admin.ch) oder Telefon (058 467 58 58).
Nein, Frauen müssen keine Rekrutenschule absolviert haben, um sich für einen Einsatz im Rahmen der SWISSCOY/KFOR oder der EUFOR Althea zu bewerben. Vor dem Auslandseinsatz absolvieren sie zusätzlich eine dreiwöchige militärische Grundausbildung, damit sie bestmöglich auf den Einsatz vorbereitet sind.
Die Vorbereitung auf Einsätze erfolgt im Kompetenzzentrum SWISSINT in Stans-Oberdorf (NW), einem international zertifizierten Ausbildungszentrum.
Die Ausbildung ist intensiv und vielfältig und umfasst je nach Tätigkeit unter anderem Sanitätsdienst, Selbstschutz, Fahren, Minensensibilisierung, Waffenausbildung, Einsatzregeln, Kommunikation und Stressmanagement.
Ein Einsatz in der militärischen Friedensförderung gibt dir wertvolle persönliche und berufliche Erfahrungen und ermöglicht, aktiv zur Sicherheit in Krisengebieten beizutragen. Dabei lernst du, in internationalen Teams zu arbeiten, Konflikte zu lösen, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren und Führungs-, Entscheidungs- und Organisationsfähigkeiten zu entwickeln.
Ja, auch ohne vorherige Rekrutenschule kannst du nach einem Auslandseinsatz in die Milizarmee eingeteilt werden.
Frauen können als Soldatin, Unteroffizierin oder Fachoffizierin eingeteilt werden und haben so Zugang zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Armee.
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